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Workcamp 1 in Belarus 2010

Bericht Workcamp1 2010.doc zum runterladen und lesen/drucken.

„Endlich“ konnte man es vielstimmig hören, als der Reisebus aus Bielefeld am 17. Juli 2010 gegen Mittag auf dem Schulhof in Stary Lepel stoppte. Auf einer so anstrengenden Fahrt über mehr als 1.600 km denkt man am besten an das mongolische Sprichwort „Unterwegs sein macht frei und Freiheit ist das Leben“. Zur Ankunft in Stary Lepel schien die Sonne und sie war uns in den nächsten 2½ Wochen ein zunächst willkommener, später, als die Temperaturen sich zunehmend auf die 38 °C zu bewegten, eher verachteter Begleiter.

Das folgende Wochenende in Stary Lepel war für diejenigen, die wiederholt an Workcamps teilgenommen hatten, eine Rückkehr in die vertraute Atmosphäre, für einige auch das freudige Wiedersehen mit den Gastfamilien aus dem Jahr 2009. Die „Neuen“ interessierten sich zunächst für die nähere Umgebung, insbesondere für den Lepelsee und nachdem die Fahrräder verteilt worden waren, für die Stadt Lepel.

Nachdem auch die 10 belarussischen Freiwilligen, einschließlich der 3 Dolmetscherinnen, eingetroffen und 3 Umsiedler dazugekommen waren, ging es am Montag richtig los. Das 22. Haus war das „unsere“. ÖkoDom-stroj hatte bereits das Holzständerwerk errichtet, auf der Baustelle lagerten reichlich Holzschnitzel und Lehm und der Traktor der Kolchose, der unseren Mischer antrieb, war zusammen mit seinem Fahrer Kostja pünktlich zur Stelle. Es war für alle nicht einfach, bei glühender Sonne, immer den See vor Augen, von 8.00 Uhr morgens bis zum Feierabend um 17.00 Uhr durchzuhalten. Aber ungeachtet der Umstände wurde Eimer für Eimer in das Gebäude geschleppt, wurde gestopft, gesägt und gehämmert, so daß sogar die Gefahr bestand, die geplante Bauzeit zu unterschreiten. Daraus sollte aber nichts werden, weil uns durch den Umbau des Schulgebäudes und durch ein starkes Gewitter an drei Tagen der Strom ausfiel und unsere Akkuschrauber ihre Ladung mittags bereits „aufgefressen“ hatten.

Wie reizlos und unattraktiv wäre ein Workcamp ohne eine gute Versorgung und eine abwechslungsreiche und interessante Beschäftigung nach der Arbeit. Unsere Köchinnen Martina und Walentina sorgten stets für volle Teller und immer war es „otschen wkusno“, obwohl in diesem Jahr das Angebot an Heidelbeeren und Pilzen äußerst bescheiden war. An den Wochenenden ging es mit dem gelben Schulbus nach Minsk, Polodsk und Witebsk und so konnten wir viel über die Geschichte, Kunst und Kultur Belorußlands, aber auch über das Leid der Bevölkerung während des 2. Weltkrieges erfahren. Auch die nähere Umgebung hat ihre Sehenswürdigkeiten. So besuchten wir einen Bio-Bauern, ließen uns den Duft der 950 Kühe in der neu errichteten, automatisierten Rinderanlage in Jurkowtschina um die Nase wehen, staunten über die 250-jährige Zareneiche in Tadulino und statteten dem Heimatmuseum in Lepel einen Besuch ab, wobei unser Sprinter leider zu oft die Teilnehmerzahl begrenzte. Selbstverständlich waren wir auch in Drushnaja, lernten den Ort, die Windräder, das Ambulatorium, die Schilfmattenproduktion und die Mutter-Kind-Freizeit kennen.

Unvergessen werden das Richtfest, das Bergfest mit traditionellem Stockbrot und das Abschlußfest bleiben und natürlich die Abende am Lagerfeuer. Hier konnten wir uns mit unseren inzwischen liebgewonnen belorussischen Freunden zu einem Spielchen, zum Singen oder nur zum Unterhalten treffen und soweit russisch lernen, daß wir zum Abschlußfest und zum Erstaunen unserer Gäste gemeinsam Katjuscha auf russisch singen konnten, zumindest die erste Strophe. Wen wundert es dann, wenn zum Abschied Wehmut und Traurigkeit überwogen, aber verbunden mit der bleibenden Erinnerung an eine schöne, interessante und nützliche Zeit.




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