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Mutter-Kind Erholung 2010 in Druschnaja

Ein Sommer ohne eine Mutter-Erholung können sich die Bewohner des Dorfes Drushnaja in Weißrussland nicht mehr vorstellen. Wieder waren junge Mütter oder auch Großmütter mit ihren 4 - 14 Jahre alten Kindern oder Enkeln eingeladen, im nichtverstrahlten Norden Weißrusslands, in unserem geliebten Drushnaja Urlaub zu machen. Drushnaja liegt am Narotsch-See im Norden des Landes. Das Dorf wurde für und mit Menschen, die aus dem verstrahlten Süden des Landes umsiedeln wollten, in ökologischer Weise gebaut. Es stehen 31 Häuser dort, in denen die Familien uns für unsere Erholungszeit Gäste-Räume zur Verfügung stellen.
Die Familien kommen weit her aus dem Süden, wo sie immer noch unter den Belastungen der Verstrahlung leben müssen. Sie kommen ganz gespannt, neugierig, sie wissen nicht, was sie erwartet, die meisten von ihnen haben noch nie irgendwo Urlaub gemacht. Und dann gemeinsam mit deutschen Menschen, die eingeladen haben und nicht einmal ihre Sprache gut verstehen und sprechen! Das macht sie zunächst unsicher und zurückhaltend, wenn sie ankommen. Aber ganz bald verschwindet die Zurückhaltung, spätestens nach der ersten Mahlzeit, die allen immer sehr gefällt, wenn es geschmeckt hat, wenn man Nachschlag holen konnte, wenn man sieht, wieviel gleichaltrige Mütter und Kinder da sind.
Unser Angebot sieht äußerlich schlicht und einfach aus. Der Speiseraum hat einfachen Kiesboden, Holztische und -bänke, unser Aufenthaltszelt gestampften Lehmboden und vieles wird draußen unter freiem Himmel oder in einem Holzpavillon und einem geräumigen Festzelt gestaltet. Aber die Küche bietet vollwertige Mahlzeiten, mit viel Obst und immer frischem Gemüse, das ist die wichtige Grundlage für eine gelungene Erholung. Und in der Regel sind alle Teller gut leergegessen, weil es eben bei „Baba - Lena“ besonders gut schmeckt.
Das Angebot für die Tagesgestaltung wird von einem Team aus weißrussischen und deutschen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen überlegt und für jeden Tag neu zusammengestellt.
In diesem Sommer waren vierzehn Mütter gekommen, die jeden Morgen in zwei Gruppen abwechselnd entweder einen Nähkurs besuchten oder sich zum Sprechen, Singen, Basteln, Malen, Spazierengehen trafen. Diese Frauen haben in ihrem Leben kaum Urlaub gehabt und brauchen diese Entspannung sehr. Die Arbeit mit ihnen ist ein besonderer Schwerpunkt. Die Gelegenheit, in Gesprächen aus ihrer häuslichen angespannten Situation zu erzählen, sich mit den anderen Frauen auszutauschen, ist uns ganz wichtig. Für viele ist diese Zeit sicher einmalig.
25 Kinder und 14 Mütter sollten jeden Morgen beschäftigt werden. Darauf hatten sich 19 belarussische und vier deutsche Mitarbeiter vorbereitet. Dazu gehören die Schneiderin für die Nähkurse, die medizinische Fachkraft , die Frauen im Küchen- und Wirtschaftsbereich, die pädagogischen Kräfte und auch die, die verantwortlich waren für unser leibliches Wohl und den reibungslosen Ablauf des ganzen Geschehens .
Wir Mitarbeiter hatten uns auf unterschiedliche Themen vorbereitet. Ein Schwerpunkt war in diesem Jahr das Thema Zirkus. Gutes kostbares Material wie Laufkugeln, Jonglierstäbe und -bälle, Diabolos, Seile und vieles mehr boten die Möglichkeit, auf eine große Zirkusvorstellung hinzuarbeiten. Da waren alle Kinder mit großem Einsatz beteiligt. Das Besondere war wohl, dass die Kinder sich viel Material selbst hergestellt haben, damit sie auch zu Hause so etwas weiterführen können. Jonglier-Bälle , hergestellt mit sandgefüllten Luftballons, leichte Tücher, auch zum Jonglieren aus Reststoffen, Balancieren, auf wackeligen Brettern, die auf kullernden Rohren lagen, Zaubertricks, die man eben üben muss, und vieles andere.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Gruppentanzen, was vor allem die Mädchen und Mütter reizte und das natürlich auch zur Vorführung kam. Da tanzten auch die Omas mit und an ihren Gesichtern konnten wir die Freude und das Staunen über das eigene Können ablesen.
Nicht auszudenken ist die Freizeit ohne unseren Musiker Nikolaj, der uns jetzt im 11. Jahr immer wieder mit vielen neuen Liedern überrascht, die er auf dem Bajan jeden Morgen intensiv und dann den ganzen Tag, wo es gerade passt oder gebraucht wird, begleitet. Das bedeutet, das Singen und das Lernen von neuen russischen, belarussischen und auch deutschen Liedern ist ein wesentlicher Teil unseres dreiwöchigen Programms.
Drei Wochen bei bestem Wetter, bei oft starker Hitze, ohne Krankheit, ohne Unfall, mit bestgelaunten Großen und Kleinen, mit herrlichem Essen, vielen schönen sichtbaren und unsichtbaren Ergebnissen, sichtbar bei der abschließenden Ausstellung aller gebastelten, gemalten, gestrickten, Kreationen und unsichtbar als wertvolles Gut in Gedanken, Gefühlen und Herzen mit nach Hause genommen,
unser Dank gilt allen, den fleißigen DolmetscherInnen, den belarussischen und deutschen MitarbeiterInnen, die alle dazu beigetragen haben, dass die Zeit in Drushnaja in diesem Jahr wieder so viel Freude gemacht und gebracht hat.

Für das gesamte Team
Irmgard v. Bodelschwingh




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