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Sommerbegegnung mit weißrussischen Veteranen in Stari Lepel

Die bisherigen Kontaktreisen der Jahre 2007 bis 2011 zu weißrussischen Veteranen, die den Zweiten Weltkrieg mit seinen Folgen leidvoll erlebt hatten, erfuhren in diesem Sommer eine Veränderung. Gerade den Gesprächspartnern der Jahre 1999 bis 2006 hatten wir viele Informationen zur historischen Geschichtsaufarbeitung zu verdanken. Aber, in diesem Jahr war niemand mehr gesundheits- und altersbedingt ansprechbar, viele sind zwischenzeitlich verstorben.
So trafen wir dann mit unserer Reisegruppe von 5 Personen, die in Beziehung zur NGO Heim-statt Tschernobyl stehen, uns im neuen Dorfgemeinschaftshaus in Stari Lepel im neuen Umsiedlungsdorf. Unsere Gastgeber waren Veteranengruppen, die Ljudmilla Supeewa zu regelmäßigen Veranstaltungen nach dort einlädt. Das für unsere Begegnung abgestimmte Thema war „Austausch unserer Lebenserfahrungen“. So kamen an den 4 Tagen 12 - 18 Veteranen zusammen. Während der Austausch über Kultur sowie die allgemeine Lebenssituation gut verlief, ergab es über die Kriegserfahrungen doch Einschränkungen. Denn unsere Gesprächspartner, die wie wir selbst alle der Kriegskinder-Generation angehören, erzählten zwar kurz, dass sie z.B. als Kind die Zeit der Okkupation in den Dörfern und Städten erlebten, oder die Vernichtung ihres Dorfes, einschließlich der Tötung ihrer Eltern. Sie erzählten, dass ihre Eltern oder Großeltern den Krieg nicht überlebten, dass sie als Kinder in das Innere der Sowjetunion evakuiert wurden oder als Kinder Zwangsarbeiter in Deutschland waren oder als Kinder bei den Partisanen lebten. Sie vermochten aber nicht ihre leidvollen Erfahrungen in einer so großen und unbekannten Gruppe vertiefen. So Galina „Denn wenn wir das tun, wird alles wieder so schrecklich lebendig“. Es war aber gut für sie, auch von unseren Kindheitserfahrungen in Deutschland zu hören, zu denen Flucht und Vertreibung und die Bombardierung der Städte gehörten. Das konnte zudem durch einen Vortrag über die Kriegsfolgen in Deutschland verdeutlicht werden. Unseren Gesprächspartnern ist sehr wichtig, dass es zu weiteren Begegnungen mit deutschen Gruppen kommt! So sind dann auch für den Herbst d.J. und für den Sommer und Herbst 2013 drei weitere Begegnungen geplant. Wie in diesem Sommer ein gemeinsamer Ausflug nach Vitebsk das Kulturelle betonte, käme für die nächsten Reisen Polosk infrage. Weiter bestehen Kontakte zu Gruppen, die sich mit der Aufarbeitung der Kriegsgeschichte befassen, wie zur Schule III in Lepel zum Thema „Lebendige Geschichte“ und zur Gruppe „Suche“ in Vitebsk zum Thema Kriegsgräber sowie zur jüdischen Gruppe aus Novolukoml. Es hat sich ergeben, dass ich am 28. Juni, dem Tag der Befreiung Lepels, einen Vortrag über unsere Recherchen im Lepeler Raum halte. Dieser führt dann immer zu weiteren Diskussionen. Während des Kontaktes zu der Veteranengruppe in Drushnaja mit 15 Teilnehmenden tauschten wir uns über unsere verschiedenen Arbeiten aus. Die Reisen schließen immer mit einem Aufenthalt in Minsk ab. Dazu gehörten in diesem Sommer Besuche des ehemaligen deutschen Vernichtungslagers Trostenez und der Ort der stalinistischen Säuberungen Kurapaty. Sehr nahegehend war der Besuch in der jüdischen Geschichtswerkstatt und das Ge-spräch mit Kusma Kosak über den Holocaust und den Stand der historischen Forschung. Ein abschließendes Treffen mit einer Veteranengruppe in Minsk litt leider unter aufgetretenen Zeitproblemen.
Insgesamt bewegt sich unser Projekt unter dem Zeichen „von den lebenden zu den steinernen Zeugen“ der Beendigung zu.

Hinrich Herbert Rüßmeyer



























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