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12. Intern. Jugendworkcamp der Evang. Jugendregion Bünde-Ost

"WER ETWAS BESONDERES ERLEBEN WILL, MUSS AUCH BEREIT SEIN, ETWAS BESONDERES ZU TUN !"

Für Ihre langjährige kontinuierliche Arbeit erhielten die Jugendlichen unter der Leitung unseres Vorstandsmitglieds, der Gemeindepädagogin Ulrike Jäger, am 26. 09. 2008 den renommierten Preis der STIFTUNG FILIPPAS ENGEL.
Gemeinsam mit zehn Bünder Jugendlichen begab sich Jugendreferentin und Projektleiterin Ulrike Jaeger in diesem Sommer im Rahmen des 12. Internationalen Jugendworkcamps auf die Reise nach Weißrussland. Dort nahmen die deutschen Jugendlichen zusammen mit sieben Jugendlichen aus Weißrussland in der Zeit vom 26. Juni bis 17. Juli Renovierungsarbeiten an den Holzblockhäusern alter Frauen und Männer vor, die teilweise den ersten und alle den zweiten Weltkrieg überlebt haben.

Die erste Station der diesjährigen Fahrt hieß Drushnaja, das durch "Heim-statt Tschernobyl" am Narotschsee errichtete Dorf. Mit ihren Arbeiten begannen die Jugendlichen dann in den umliegenden Dörfern.Zu den Herausforderungen zählten das Streichen eines Hauses und der Fenster, das Bauen eines neuen Gartenzauns sowie zweier Vordächer, das Erneuern eines Brunnendaches und das Renovieren einer Küche. Auf den verschiedenen Baustellen waren immer Deutsche und Weißrussen zusammen im Einsatz. Dabei war es eine tolle Erfahrung für die jungen Leute, dasss das Sprechen unterschiedlicher Sprachen zu keinerlei Verständigungsproblemen geführt hat. Auch in anderen Dingen ging es für die Jugendlichen darum, den Luxus der westlichen Welt hinter sich zu lassen und mit völlig anderen Lebensbedingungen zu Recht zu kommen. Aber gerade dieses einfache Leben: Schlafen auf der Scheune, die Benutzung des Donnerbalkens und das Feuer machen, bevor die heiße Dusche genommen werden kann, schweißte die Gruppe zusammen und ließ jeden einzelnen Teilnehmer/Innen einzigartige Erfahrungen für sein ganzes Leben mitnehmen.
Nach Abschluss der Arbeiten in Drushnaja hieß es, sich zu verabschieden, denn nach 6 Baustellen am Narotschsee wird das Projekt zukünftig seinen Einsatzort in dem Gebiet um die Stadt Lepel haben, wo der Verein "Heim-statt Tschernobyl" eine zweite Siedlung für Tschernobylumsiedler aufbaut. Die vielen Freundschaften, die mit den alten Leuten über die Jahre geknüpft wurden, werden auch in Zukunft gepflegt werden, denn die Gruppe möchte Drushnaja und Umgebung auch in den kommenden Jahren immer einen Besuch abstatten. In Lepel wurde die Gruppe wieder erneut herausgefordert, indem erst Vertrauen zu den alten Menschen aufgebaut werden muss. So war die Babuschka, an deren Haus gearbeitet werden sollte, anfangs noch sehr skeptisch, sah allerdings, dass die Jugendlichen es ernst meinten und packte schließlich selbst mit an. Bei ihr wurde ein komplett neuer Zaun errichtet und zwei Gartentore darin eingebaut. Des weiteren bekamen alle Fenster und eine Hauswaand einen neuen Anstrich.
Der dritte Ort, an dem renoviert wurde, war die Hauptstadt selbst, Minsk, wo die Workcamper bei einer jüdischen Frau einen Raum tapezierten sowie Flur, Fenster, Türen und Schränke strichen.

Neben der Arbeit bei den alten Menschen und der damit verbundenen Völkerverständigung auf dem Hintergrund der deutsch-weißrussischen Geschichte, haben sich die Jugendlichen auch auf die Spuren von Zeitzeugen im Land begeben. Die Gruppe ist im ständigen Kontakt mit dem Holocaust- und Gulag-Überlebenden Jacob Shepetinski, der in Slonim geboren wurde. Er verlor 67 von 70 Familienmitgliedern durch die Nazis. Die Jugendlichen besuchen die Massengräber, in denen seine Verwandten liegen und gedenken der Opfer, indem sie Blumen niederlegen und diene Gedenkstunde abhalten.
Mit dem in Weißrussland, in Glubokoje, geborenen Herrn Lew, der jetzt in Düsseldorf lebt, haben die Teilnehmer seit der letzten Rückbegegnungswoche im November Kontakt aufgenommen. Auf den Spuren des Holocaust-Überlebenden war die Gruppe in Glubokoje unterwegs. Allein in dieser Stadt befinden sich acht Massengräber. Dort trafen sie auf zwei russische Kriegsveteranen, um von dem Krieg auch einmal aus einer anderen Perspektive zu erfahren. Für die junge Generation aus Deutschland und Weißrussland ist es beeindruckend, mit Zeitzeugen unterwegs zu sein, da durch sie die Geschichte lebendig wird.

Der Träger des Projekts ist die evangelische Jugendregion Bünde-OST. Finanziell unterstützt wird das Jugendworkcamp durch die Robert Bosch Stiftung, das Bundesministerium für Faamilie, Senioren, Frauen und Jugend, die Ev. Kirche von Westfalen, den Kirchenkreis Herford, sowie zahlreiche private Spender.
Die Erlebnisse der drei Wochen und die Herausforderungen, die gemeistert wurden, ließen den Abschied von den Weißrussen in Minsk nicht so leicht fallen. Alle wissen jedoch, dass sie sich im November in Deutschland zur Rückbegegnungswoche wiedersehen werden. Auch die 14 bis 17-jährigen Bünder, die auf der Rückreise im Zug die Zeit noch einmal Revue passieren ließen, waren sich einig:

Wir fahren nächstes Jahr wieder mit!

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