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24 Jahre nach Tschernobyl

Bericht über eine Oster-Reise durch den Süden von Belarus vom 28.März - 9.April 2010 mit Erika Lefhalm, Christel Spielhoff-Riehl, Annette Berk, Irmgard v. Bodelschwingh, Katja und Jaroslaw als Mitarbeiter und Dolmetscher

Der Zweck der Reise ist ein lang versprochener Gegenbesuch zu unseren weißrussischen Freunden im Süden des Landes. Wir wollen sehen, wie es 24 Jahre nach Tschernobyl im Land aussieht. Dank der guten Vorbereitung durch Katja, unserer Mitarbeiterin in Minsk, treffen wir viele Familien, die seit 1998 in Drushnaja an einer Mutter/Kind Freizeit oder einer Frauenbegegnung teilgenommen haben.
Wir fahren mit einem gemieteten VW-Bulli über 1800 km von Minsk über Sluzk, Mikaschewitschi, Swetlagorsk, Gomel, Slawgorod, Mogilew, Lepel, Drushnaja bis Minsk zurück. übernachten bei vielen Familien und erleben die Frauen in ihrem Umfeld, ganz nah und persönlich. Versammlungen mit vielen früheren Teilnehmerinnen sind organisiert, so dass wir viele alte Bekannte wiedersehen.
Überall werden wir herzlich aufgenommen. Alle freuen sich sehr, dass wir sie in ihren Orten besuchen, man spürt Stolz und Ehre. Wir werden fürstlich bewirtet , überall ist man auf uns vorbereitet. So bekommen wir im Rahmenprogramm viel von der weiten unglaublich reizvollen Landschaft und den Sehenswürdigkeiten zu sehen. In Mikaschewitschi und Dobrusch wird in zwei Versammlungen mit den belarussischen Mitarbeitern die Mutter-Kind-Freizeit im kommenden Sommer vorbereitet.

Das Thema Tschernobyl ist schwierig anzusprechen. Nur in einer Versammlung wurde das Thema relativ offen diskutiert. Überall spürt man einen lähmenden Gewöhnungsprozess, das Thema soll vergessen werden. Kommt es zum Gespräch, spürt man die Sorge um die Kinder, die oft kränkeln. Viele Anlaufstellen für die Erkrankungen wurden geschlossen, der Staat untersagt das Besprechen von Krankheiten, die vom Reaktorunfall kommen können. Nur die Ärzte können Patienten nach Minsk oder Gomel überweisen, machen das aber nur ganz ungern - sprich "gar nicht".

Der Staat sagt, es gibt keine Verstrahlung mehr, die Menschen sollen aber in den Gärten nichts anbauen. Ohne Garten haben sie aber nicht genug zu essen. Ein Teufelskreis, man merkt ihnen die Verzweiflung an. Wir spüren die große Dankbarkeit uns gegenüber, dass sich jemand um sie kümmert, sie ernst nimmt, sie einlädt, das gibt ihnen Lebensmut, sagen sie. Nach einem Drushnaja Aufenthalt im Sommer sind die Kinder im Winter wesentlich weniger anfällig für Krankheiten, und wenn, durchleben sie die Krankheiten leichter.

Die Wohnungen und Häuser sind gut eingerichtet, alle Menschen sind gut gekleidet. Wir haben Schwierigkeiten, uns zu erklären, wie geringer Verdienst, ca.150-200 € und dieser Lebensstandard zusammenpassen. Alle haben ein Handy, in jeder Wohnung steht ein Computer. Auf den Straßen sieht man große Limousinen.

Immer hören wir, wie die Freizeiten in Drushnaja das Leben der Frauen positiv verändert haben, sie haben eine andere Sicht auf das Leben bekommen. Sie haben untereinander ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut, telefonieren miteinander, treffen sich. Die Freude und Fröhlichkeit der Mütter und Kinder, wenn sie von den Aufenthalten in Drushnaja erzählen, bestätigen unsere Arbeit dort. Viele bitten um die Möglichkeit einer weiteren Teilnahme, dort ist saubere Luft, dort können sie sich erholen.

Durch diese Reise haben wir ein wenig hinter die Kulissen geschaut. Diese Fragen, die wir mitgenommen haben:
- welche Kinder brauchen die Erholung in Drushnaja am dringendsten?
- wo sind die wirklich Bedürftigen? Und wie lernen wir sie kennen?

Unser Fazit: In jedem Fall sollte die Arbeit Mutter-Kind-Erholung weitergeführt werden. Wir haben mit unserem Angebot in Drushnaja Familien erreicht, die sonst wenig oder gar keine Möglichkeit haben, eine Erholungsmaßnahme im Sommer zu erleben. Und das muss ihnen weiterhin ermöglicht werden.

Mai 2010, Christel und Irmgard




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